Wie funktioniert die Homöopathie?

Es ist zwar nichts Neues, dennoch möchte ich, als langjährige Homöopathin, euch mit diesem Artikel die Homöopathie mal kurz vorstellen.

 

Homöopathie kommt von den Wörtern homoios = ähnlich und pathos = Leiden und geht auf das Ähnlichkeitsgesetz zurück, nämlich: „Similia similibus curentur“  zu deutsch:  „Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt“

Das Gesetz besagt, das eine Substanz (in diesem Fall ein Homöopathisches Mittel) bei der Heilung derjenigen Symptome helfen kann, die sie auch selbst hervorruft. Sprich: wenn ich eine zeitlang zum Beispiel Belladonna einnehme, dann werde ich Belladonna-Symptome bekommen.

Der „Entdecker“ der Homöopathie heißt Samuel Christian Friedrich Hahnemann  

und hat von 1755 bis 1843 gelebt. Er war ein deutscher Arzt, der viele Sprachen sprach und unter anderem als Übersetzer tätig war. Bei einem der Werke, die er übersetzte stieß er auf den Hinweis, das Chinarinde bei Fieber – genauer: bei Wechselfieber – helfen solle. 

Unzufrieden mit der Aussage unternahm er einen Selbstversuch mit der Chinarinde und nun bekam er nach Einnahme Symptome wie die von Malaria, die allerdings nach kurzer Zeit wieder verschwanden. 

Diese Begebenheit stellt die Geburtsstunde der Homöopathie dar 1820.

Er unternahm noch viele viele Selbstversuche und Versuche an Freiwilligen mit vielen vielen verschiedenen Mitteln.

Seine wissenschaftlichen Experimente brachten ihn auf die Idee, die Dosis auf 1/10 der ursprünglichen Gabe zu verringern.

Ergebnis: der Patient wurde auch damit geheilt, die Verschlimmerungen, die vorher noch auftraten, waren aber immer noch da! So verdünnte er die Mittel immer weiter… bis sie letztlich so stark verdünnt waren, dass sie nicht mehr wirkten!

Hahnemann kam dann auf die Idee, nach jedem Verdünnungsschritt, dem Mittel heftige Schüttelschläge zu unterziehen! 

Damit erreichte er, das die toxische Wirkung (=Giftigkeit) des Arzneimittels weniger wurde und sich seine Heilkraft in gleichem Maße vermehrte!

Durch das Verschütteln wird die spezifische Energie des Mittels freigesetzt!

Diesen Vorgang der Verdünnung  mit anschließender Verschüttelung nennt man POTENZIERUNG.

Die Potenzierung ist die Kraftentfaltung der Arznei

Ausgehend von der Urtinktur, geht der Prozess des Potenzierens so weit, dass irgendwann kein Wirkstoffmolekül mehr in dem potenzierten homöopathischen Mittel nachweisbar ist. 

Dennoch: das Energiemuster bleibt erhalten!

Die Homöopathie bedient sich also der Energie der Substanzen. 

Homöopathie

Bergkristall – Silicea

Schreibweise der homöopathischen Mittel: z.B. Silicea C 30

Der Buchstabe (D, C, LM,Q)  drückt das Verdünnungsverhältnis aus. 

D=Dezimalpotenz; 1:10

C=Centesimalpotenz; 1:100

LM=Q=Quinquagintamillesimalpotenz; 1:50.000

Die Zahl hinter dem Buchstaben steht für die Potenzierungsstufe (30, 200, 1000, 10000 usw.), d.h. die Kraft, die Wirktiefe des Mittels. 

Wie die Homöopathischen Mittel hergestellt werden, erkläre ich hier nicht näher. Wenn du allerdings Interesse daran hast, dann kontaktiere mich und ich erkläre es dir.

Jedenfalls gilt: ab der Potenz C 12 bzw. D 24 ist kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr nachweisbar!

Wann wird denn nun welche Potenz verwendet?

Es gilt, je höher die Potenz:

  • desto stärker wirkt das Mittel auf die Gesamtheit
  • desto weiter kann die vergangene Krankengeschichte aufgearbeitet werden
  • desto genauer muss die Arzneiwahl sein und umso deutlicher muss der Patient Details der für das Mittel typischen Symptome zeigen

Je nach Heftigkeit des Geschehens sind bei Akutkrankheiten die C30, C200 oder C1000 angezeigt

  • C30 nach leichtem Sturz, bei leichter Erkältung
  • C200 bei starker, fiebriger Erkrankung, …
  • C1000 (= M) bei sehr hohem Fieber, nach heftigem Unfall mit starken Blutungen, Herzinfarkt etc.  

In den Laien-Homöopathie-Büchern werden meistens Tiefpotenzen vorgeschlagen, ich jedoch arbeite mit Potenzen ab C 30 aufwärts.

Bis zur C 12 bzw. D 24 spricht man von Tiefpotenzen 

Homöopathie

Tiefpotenz D 12

C 30 und C 200 zählen zu den mittleren Potenzen und 

alle über C 1000 / 1 M sind Hochpotenzen

Homöopathische Mittel werden aus den verschiedensten Substanzen hergestellt; es gibt 

  • pflanzliche Mittel (Arn., Bell., Bry., Nux-v., Puls.…) 
  • tierische Mittel (Apis, Sep., Vesp., Lach., Naja, …)
  • mineralische Mittel (Sil., Calc-c., Hep….) und sogenannte
  • Nosoden, d. aus Krankheitserregern hergestellt werden (Psor., Med., Tub., Carc….)

Im Grunde genommen kann jeder Stoff als homöopathisches Mittel verwendet werden, mittlerweile gibt es sogar 

Nordpol des Magneten oder auch

X-Ray (Röntgenstrahlen) als homöopathisches Mittel.

 

In der Homöopathischen Behandlung wird der Mensch als Individuum gesehen, Krankheit ist keine Erkrankung der Organe, sondern eine Störung der Lebenskraft.

Ist der Mensch erkrankt, so ist seine Lebenskraft aus dem Gleichgewicht geraten und so kann es zu Symptomen auf der körperlichen, emotionalen oder geistigen Ebene kommen.  

Folglich ist Krankheit eine Veränderung der Lebenskraft, die sich in Symptomen äußert. Hier findest du noch einen weiteren Artikel dazu von mir.

Die Symptome sind nicht die Krankheit selbst, sondern Symptome sind die Arbeit der Abwehr, die Schutz bietet vor schlimmeren Krankheiten, sie sind Warnsignale, die Beachtung verdienen.

Das Ziel der Behandlung ist in jedem Fall eine Stärkung bzw. Harmonisierung der Lebenskraft. Das homöopathische Mittel unterstützt die Lebenskraft zur Selbstheilung

Homöopathie

Calendula

Die Krankheit des Menschen besteht nicht nur aus einem isolierten Symptom, sondern aus der Kombination aller körperlichen, emotionalen und geistigen Symptome, die der Mensch erlebt.

Behandelt werden soll der Patient und nicht die Krankheit. Wie sich die Krankheit nennt, bzw. wie sie von den Medizinern genannt wird, spielt bei der Homöopathischen Behandlung einen untergeordnete Rolle, denn zur Mittelfindung muss die Gesamtheit der Zeichen und Symptome berücksichtigt werden und diese sind bei jedem Menschen individuell.

Wenn also ein Patient zu mir in die Praxis kommt, dann lasse ich mir detailliert erzählen, welche Symptome er hat und erfasse den Menschen mit allen Sinnen, schreibe alles mit und hinterher repertorisiere ich die wichtigsten Symptome.

Repertorisation bedeutet, die Symptome eines Patienten aus dem Repertorium (ein Repertorium ist ein Nachschlagewerk für Symptome und ihre zugehörigen Arzneimittel) herauszusuchen und diejenigen Arzneimittel zu finden, die sich in allen Symptomen oder in den meisten wiederholen

Repertorium: Sammlung aller Symptome mit den dazugehörigen Mitteln

Materia Medica: Sammlung homöopathischer Mittel

Homöopathen sprechen z.B. vom „Sulfur-Typ“ oder „Pulsatilla-Typ“ oder „Phosphor-Typ“ etc., damit ist ein bestimmtes Muster aus körperlichen, emotionalen und geistigen Symptomen gemeint, das einem Menschen mehrere Jahre oder auch Jahrzehnte lang kennzeichnet. Das Heilmittel, das genau zu diesem Persönlichkeitstyp passt, nennt man Konstitutionsmittel.

 

Es kann sehr hilfreich sein, sein Konstitutionsmittel oder das seines Kindes zu kennen, denn es lässt sich gut zur Behandlung akuter und chronischer Beschwerden einsetzen.

Doch wie schon gesagt: behandelt werden soll der Patient und nicht die Krankheit

Jeder Patient erfährt eine ganz individuelle Behandlung, d.h. wenn 10 Menschen zu mir kommen mit einer Erkältung z.B., dann bekommen wahrscheinlich alle 10 ein unterschiedliches Mittel.

Anwendungsgebiete in der Homöopathie sind:

  • akute Krankheiten (Schnupfen, Husten, Fieber, Kopfschmerzen, Zahnschmerzen etc.)
  • chronische Erkrankungen (Allergien, Migräne, Menstruationsbeschwerden, Depressionen etc.)
  • Notfälle
  • Unfallfolgen
  • psychische Erkrankungen, Prüfungsängste, Konzentrationsstörungen bei Kindern
  • Schwangerschaftsbeschwerden   
  • Impffolgen und noch vieles mehr…

Übrigens: die homöopathischen Mittel werden alle ohne Tierversuche getestet!

Hast du noch Fragen? Dann kontaktiere mich und ich helfe dir gerne weiter.

In Liebe,

Miriam

 

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