Jetzt

Jetzt. Was ist genau jetzt? Nicht vorhin oder später. Genau jetzt.

Jetzt, wo ich hier sitze und diesen Text schreibe, bin ich ganz gegenwärtig, ganz präsent. Lasse mich von nichts ablenken, auch nicht von den Gedanken, die durch meinen Kopf wandern – manche laut, manche leise, einige schnell und andere langsamer. Es gibt sogar welche, die sich immer wieder bemerkbar machen, so richtig hartnäckig.

Jetzt. Jetzt ist genau der Augenblick, in dem ich meine ganze Aufmerksamkeit konzentriere auf das, was ich grade mache. Am Besten komme ich in diese Präsenz, wenn ich Mandalas male. Dann befinde ich mich voll und ganz im gegenwärtigen Augenblick. Alles im Außen wird unwichtig und uninteressant. Bis zu dem Moment, in dem ein Gedanke meine Aufmerksamkeit bekommt und ich ihm folge. Doch meistens bemerke ich das sogleich. Dann habe ich die Wahl: folge ich diesem Gedanken oder bleibe ich in der wachen Präsenz?

Mandala gemalt mit Stift
Mandalas malen bringt mich in den gegenwärtigen Augenblick

Mein Hund – mein größter Lehrer

Lino, mein Hundebegleiter, ist dabei mein größter Lehrer. Wenn ich draußen mit ihm bin – ohne Leine – und wir gemeinsam spazieren gehen, dann benötigt es eine große Wachsamkeit meinerseits, die Verbindung zu halten.

Das bedeutet, wach zu sein, ganz im Hier und Jetzt. Sobald ich meine Aufmerksamkeit auf etwas anderes richte, läuft er weg und zeigt mir damit, dass ich unaufmerksam war. Bemerke ich es schnell genug, dann kommt er sogleich wieder zurück.

Früher habe ich mich darüber aufgeregt, dass er wegläuft oder mich selbst dafür getadelt, dass ich wieder mal abgeschweift bin. Heute bin ich einfach nur dankbar für das prompte Zeigen.

Oft muss ich auch darüber lachen, habe ich doch schließlich mal wieder daran gedacht, was ich mir gleich zum Essen mache 🙂

Wenn du dein Hier und Jetzt unerträglich findest und es dich unglücklich macht, dann gibt es drei Möglichkeiten:

Verlasse die Situation, verändere sie oder akzeptiere sie ganz.

Wenn du Verantwortung für dein Leben übernehmen willst, dann musst du eine dieser drei Möglichkeiten wählen, und du musst die Wahl jetzt treffen.

Eckhart Tolle

Übernimm die Verantwortung für Dein Leben

Verantwortung für Dein Leben. Das ist der Punkt. Nur DU hast die Verantwortung für Dein Leben. Niemand sonst. Früher fiel mir das wirklich richtig schwer. Immer wieder habe ich alle anderen für meine Themen verantwortlich gemacht. Doch im Laufe meiner Bewusstseins-Entwicklung habe ich gelernt, diese für mich zu übernehmen.

Das bedeutet, nicht mehr in und an der Vergangenheit zu hängen und sich auch keine Gedanken bezüglich der Zukunft zu machen. Es geht nur um Eines: Ganz im Hier und Jetzt zu sein. Alles andere fügt sich dann schon. Es gibt sowieso keinen anderen Moment.

So kommen wir zum Thema Zeit

Zeit. Gibt es Zeit? Zeit ist etwas, was wir Menschen kreiert haben. Wir meinen, „unendlich viel oder gar keine Zeit zu haben“ oder „die Zeit sei kostbar“. Gedanklich hängen wir oft in der Vergangenheit oder in der Zukunft anstatt uns ganz auf das Hier und Jetzt zu fokussieren.

Was dabei geschieht ist, dass wir uns damit aus der Gegenwärtigkeit heraus holen. Schau Dich um: wieviel Zeit hast Du heute damit verbracht, Dich überall aufzuhalten nur nicht im gegenwärtigen Moment?

Das einzige, was existiert, ist das Jetzt. Es ist nicht möglich, dass irgendetwas außerhalb des gegenwärtigen Augenblicks geschieht oder ist. Alles, was war, ist damals im Jetzt geschehen. Und alles, was in der Zukunft sein wird, geschieht dann im gegenwärtigen Augenblick. Die meisten Menschen leben fast ausschließlich in der Vergangenheit oder in der Zukunft.

Denkmal auf einem Friedhof, auf dem steht: Niemand weiss wie spät es ist
Gesehen auf einem Friedhof in Oberösterreich

Zeit und Raum sind relativ.

Das wissen wir spätestens seit Albert Einstein und der Relativitätstheorie. Die modernen Physiker bestätigen dies. Ist Zeit also doch eine Illusion? Irgendwie schon. Dennoch können wir hier auf Erden in der 3D ohne Zeit nicht oder nur schwer existieren. Alleine zum Planen und um Termine und Verabredungen einzuhalten und zu treffen benötigen wir Zeit. Dennoch ist es so, dass je mehr wir IN der Zeit leben, das Hier und Jetzt verpassen. In der Zeit leben meint, in der Vergangenheit und/oder in der Zukunft hängen.

Nur im gegenwärtigen Augenblick finden wir den Zugang zu uns selbst, zu unserem Sein. Das Jetzt ist das Tor zu uns selbst.

In lebensbedrohlichen Momenten im Leben, zum Beispiel bei einem Unfall, dehnt sich die Zeit aus. Es kann dann vorkommen, dass alles in Zeitlupe geschieht und es dadurch genug Zeit zum Handeln gibt. Davon berichten immer wieder Menschen, die in schweren Unfällen einen klaren Kopf behalten haben und entsprechend handelten. Sie befinden sich dann vollständig in der Gegenwärtigkeit.

Tritt ein, ins Hier und Jetzt

Eckhart Tolle hat zum Thema „Jetzt“ ein ganzes Buch geschrieben und hält immer wieder Vorträge darüber. Ich lasse mich gerne von ihm inspirieren.

Um ganz ins Hier und Jetzt einzutauchen braucht es die volle Aufmerksamkeit. Gedanken an die Zukunft bzw. an die Vergangenheit haben im Hier und Jetzt keinen Platz. Sobald ich bemerke, wie ich abschweife, habe ich die Möglichkeit meine Gedanken wieder ins Jetzt zu holen. Ich schenke dem gegenwärtigen Moment die volle Aufmerksamkeit, dadurch erlebe ich den Moment auch viel intensiver. Ich bin mir meiner Gedanken, die auftauchen voll und ganz bewusst.

Wie oft bist Du wirklich ganz im Hier und Jetzt?

Ich freue mich über Deinen Kommentar, den Du mir gerne hinterlassen darfst.

In Liebe, Miriam

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