Resümee nach einem Jahr unterwegs im Bus

…und nach ungefähr 2 Jahren ohne festen Wohnsitz

 

The lane of love is narrow,

as narrow as the edge of a sword;

two can not walk on it.

—Bhai Sahib

Ist es möglich eine solch lange Zeit in wenigen Worten und Sätzen unterzubringen?

Nein, ist es nicht! Insofern fasse ich mich kurz und bringe nur das für mich wichtigste zu Papier – virtuellem Papier natürlich!

In meinem ersten Jahr ohne festen Wohnsitz, wohnte ich allerdings doch noch „fest“. Allerdings  nicht in einer eigenen Wohnung oder Haus, sondern bei anderen Menschen – mit dem Gefühl im Nacken jederzeit wieder weg zu müssen oder auf dem Sprung zu sein!

Meine jüngste Tochter war das erste Jahr noch bei mir, bis für sie klar wurde wohin ihre Reise geht. Dann trennten sich unsere Wege und sie lebt jetzt ca. 1000 km weiter nördlich von da wo ich grade „lebe“.

Und wo lebe ich? Als erstes komme ich mal weg vom „Ich“ – denn „Ich“ meint „Wir“ – Lino und „Ich“.

Ebensee

Ebensee

Lino ist 4pfotig, mittlerweile fast 8 Jahre alt und der treueste Begleiter, den man sich vorstellen kann. Außerdem ist er der größte Lehrer auf meinem Weg.

Vor gut einem Jahr – nachdem ich schon einige Zeit umherzog und in grade Österreich verweilte – tauchte „plötzlich“ der Gedanke auf einen Bus zu kaufen und mobil unterwegs zu sein. An Orten, die schön fürs Auge, Herz und die Seele sind.

Gedacht – getan! Wir fuhren nach Berlin – meine Geburtsstadt – und dort kam im August letzten Jahres Berta Ananda zu uns. So heißt der Mercedes Sprinter, Bj. 1995 in einem typischen verblassten Mercedes-rot. Mit Pril-Blümchen draußen drauf 😉 Berta bedeutet übrigens: glänzend, strahlend und Ananda: Glückseligkeit! 😇

 

Mercedes Sprinter Berta Ananda

Berta Ananda – die Bussin

Bus Berta ist super! Wir lieben sie!

Mittlerweile hat sie uns viele viele 1000ende Kilometer gefahren – mit nur wenig Problemen. Danke an den Automobilclub mit den „gelben Engeln“, der sehr schnell und zuverlässig half, wann immer er benötigt wurde und auch schon so manche Werkstatt ersetzte!

So und nun zur eigentlichen Reise:

  • Wo wollten wir hin?
  • Wo sind wir tatsächlich gelandet?
  • Wie geht es weiter?
  • Warum tun wir das?
  • Wollen wir je wieder anders leben?
  • Und wenn ja, wo?

Zunächst gab es den „Plan“ über Österreich nach Italien zu reisen und „unseren Platz“ zu suchen

Was wirklich geschah, war, dass wir teilweise umherirrten und überhaupt nicht wussten wie es weitergehen kann! Wettermäßig ging es noch, selbst um die Jahreswende betrugen die Temperaturen um die 20°C.

Im Innern tauchte der Gedanke auf, Italien zu verlassen und irgendwohin zu fahren wo es weniger eng wird im Innern. Jedoch musste etwas in mir erstmal davon überzeugt werden, dass es „richtig“ ist, das geliebte Italien zu verlassen.

Falls jetzt die Frage auftaucht, wie war es denn nun in Italien…gibt es die Antwort: Die Italiener sind tolle Menschen, extrem hilfsbereit, offen und freundlich. Ich liebe den Klang der Sprache und die Schönheit der Menschen.

Und dennoch…es schrie in mir: Hier findest du nicht was du suchst, fahr weiter!

Ganz ehrlich gesagt, war es uns in Italien auch zu kalt. Eine Weile haderte es noch in mir und dann stand schließlich fest, nach Spanien zu fahren. 

Ja, ein weiter Weg, stimmt!

Wir sind dann in Mataro´ in Katalonien gelandet – bzw. gestrandet. Eine langjährige Freundin, aus längst vergessenen Zeiten, lebt seit ein paar Jahren dort und so gab es eine Anlaufstelle zum Duschen und zum Deutsch sprechen 😉

Wir blieben lange dort auf einem Parkplatz direkt am Meer und genossen die Zeit. Hin und wieder fuhren wir auch, um mal was anderes zu sehen und die Gegend zu erkunden. Schließlich lieben wir langes Laufen bzw. Wandern.

Mandala und Meer

Mandala und Meer

Nach ein paar Wochen tat sich die Möglichkeit auf nach Indien zu fliegen, was ich auch tat. Lino blieb bei einem spanischen Hundesitter – sorry: Katalanischen! Hundesitter. Die Katalanen sind sehr stolze Menschen. Stolz auf sich und „ihr“ Land. Insgesamt weniger hilfsbereit wie die Italiener, weniger interessiert an „Ausländern“ und kulturloser was das Essen angeht!  Als Vegetarier bzw. Veganer hat man es eher schwer dort.

Nun ja, Essen zu gehen ist auch nicht unsere Lieblingsbeschäftigung.

Wo die Italiener problemlos jeden Hund in jeden Laden lassen, mögen die Katalanen dies gar nicht! Doch insgesamt herrschte dort eine sehr friedliche und angenehm chillige Atmosphäre – ein schöner Ort, um länger zu verweilen.

Dann flog ich für zwei Monate nach Indien und genoss die Zeit und das Leben dort! Es war großartig und beim Gedanken daran, schlägt mein Herz ganz doll und Heimweh „nach Hause“ taucht auf!

Interessant: nicht „Fernweh“ sondern „Heimweh“!

 

Indien ist so umfangreich, dass es hier den Rahmen sprengen würde und es deshalb extra behandelt wird.

Zurück in Spanien musste Lino zunächst gesund gepflegt werden…und ich kam überhaupt nicht mehr mit dem Leben klar! Wußte nicht, was ich hier auf Erden mache und was das ganze Leben soll und wohin die Reise geht! Mit den meisten Menschen konnte ich nichts mehr anfangen – oder sie mit mir nicht – und auch die schöne Landschaft Nordspaniens konnte nicht mehr helfen.

 

3 Mandalas selbstgemalt von Miriam.Seelenreisende

3 Mandalas selbstgemalt – eine meine Lieblingsbeschäftigung

 

Dann tauchte eine Einladung auf nach Deutschland zu fahren – was wir auch taten. Jedoch ließen wir uns eine Woche Zeit, um dorthin zu kommen und fuhren entspannt durch Frankreich. Frankreich entpuppte sich als wunderschön anzusehendes Land mit sehr freundlichen Bewohnern.

Immer wieder hielten wir an um die Landschaft zu geniessen und waren total geflasht von der Schönheit, die zu sehen war.

Mein Herz quoll fast über vor soviel Schönheit

Dann, kaum das wir die Grenze zu Deutschland überschritten – also fuhren – wurde es so eng im Innern und kalt und unangenehm. Nun ja, darauf gehe ich hier nicht näher ein.

Wir blieben ca. eine Woche, besuchten diverse Menschen, wohnten mal wieder in Wohnungen, schliefen in „richtigen“ Betten, wuschen Wäsche und duschten ausgiebig. Danach wurde es Zeit, wieder weiter zu fahren. Die Reise führte – mal wieder – nach Österreich.

Nachdem wir letztes Jahr das Burgenland kennenlernten, war es diesmal Oberösterreich

Und hier sind wir immer noch!

Miriam und Lino - Meditieren im Park

Miriam und Lino – Meditieren im Park

Zwischendurch waren wir kurz mal in Deutschland und demnächst auch mal länger… Jedoch scheint es hier was zu geben, wonach sich die Seele sehnt. Das große innere Sehnen wird hier gestillt. Noch nicht komplett, jedoch zum großen Teil.

Fazit: Es ist egal, wo wir im Außen sind, egal wie das Land heißt, ob am Meer oder See, im Wald oder in den Bergen, das wonach ich es sich im Innern sehnt, findet sich nicht im Außen!!!

Der Himmel ist überall derselbe

Das große Sehnen, die große Sehnsucht bezieht sich nicht auf einen äußeren Ort. Es ist das Sehnen nach Hause zu kommen. Ich reise im Außen, um in mir anzukommen.

Das war im Grunde vom Beginn der Reise klar, konnte es jedoch nicht benennen oder ausdrücken.

Und jetzt WEIß ich es. Ich fühle es. Das Sehnen ist so stark wie noch nie.

Das Gefühl, kurz vor dem Ziel zu sein – gibt es ein Ziel? – taucht auf.

Das Gefühl, gefunden zu haben, was schon immer da war und die Gewissheit, dass alles richtig ist, was ist, lassen uns hier an diesem Ort verweilen. Es zieht nicht mehr weg. Es lässt bleiben.

Menschen, die so unendlich vertraut sind, als kennen wir uns schon unser Leben lang und eine Landschaft, die in den Bann zieht machen es leicht hier bleiben zu wollen.

Und warum eigentlich nicht?

Es gibt keinen Ort an den ich „zurück“ kehren möchte oder auch könnte. Es gibt nur den Ort in mir und den nehme ich mit, wo immer ich bin.

Hätten wir was anders machen wollen? Nein.

Hätten wir an andere Orte reisen wollen? Nein.

Hätten wir was anderes sehen wollen? Nein.

Wollen wir je wieder anders leben? Bestimmt.

Wie das aussehen kann? Keine Ahnung. Und wo? Dort, wo das Herz JA sagt!

 

Alles, was geschieht oder geschah ist genau richtig. Alles was auftaucht, passt. Jede Begegnung, jedes Gefühl, jeder Gedanke.

Wie geht es weiter?

I don´t know. Und das ist gut so! Wir planen nicht – sondern lassen geschehen.

Das ist Liebe! Das ist Ankommen!

 

Danke Leben! Danke Lino! Danke Berta Ananda 

In Liebe und Verbundenheit,

Miriam.Seelenreisende

Miriam Seelenreisende

Miriam.Seelenreisende

 

 

 

 

 

 

 

Alle Bilder auf dieser Seite: Miriam Linda Weiss – Mandalas selbstgemalt von Miriam.Seelenreisende

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